| Bad Bayersoien in Flammen vom 5.8.2007 |

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Schongauer Nachrichten, Dienstag, 7. August 2007 Nr 180
"Bad Bayersoien in Flammen"
Heilbad platzt aus allen Nähten
3000 Besucher von großer nächtlicher Klang- und Lichter-Show begeistert - Wiederholung erst wieder 2009?
von Roland Lory
Bad Bayersoien - Wer am Sonntagabend in Bad Bayersoien einen Parkplatz suchte, der hatte damit seine liebe Müh' und Not. Stoßstange an Stoßstange reihten sich die Autos in dem 1200-Seelen-Ort, der sich seit nunmehr elf Jahren mit dem Prädikat "Bad" schmücken darf. Die Ursache für die Pkw-Flut: Das See-Spektakel "Bad Bayersoien in Flammen"m einer ganz speziellen Mischung aus Blasmusik und pyrotechnischen Finessen, das nach der Wetter-bedingten Absage im letzten Jahr dieses Mal bei idealen äußeren Bedingungen vonstatten ging.
Hauptinitiator dieses "Events" und Dirigent der Blaskapelle, Sepp Felix, zog gestern ein positives Resümee der Veranstaltung: "Wir sind zufrieden, wie es gelaufen ist. Auch mit dem Wetter hatten wir heuer richtiges Glück." Gabriele Postner, die Leiterin der Kur- und Touristikformation, schätzte die Besucherzahl auf 3000 - eine gewaltige Marke für einen Ort von der Größe Bayersoiens. Die örtliche Blaskapelle hatte am Sonntag maßgeblich Anteil am Gelingen. Die stilistische Bandbreite des Repertoirs versetzte die Gäste in Erstaunen. Mal klang es schmissig, mal opulent, mal getragen und fein. Ein wahrer Hörgenuss, dieser Kapelle lauschen zu dürfen!
Mit Spannung wurde dann das Feuerwerk erwartet. Nach bengalischen Feuern auf der gegenüberliegenden Uferseite des Sees, die die Natur-Silhouette in ein tiefes Rot tauchten, verzögerte sich das Finale zunächst, doch dann fackelte das achtköpfige Team von Rainer Siegl aus Schwabbruck eine atemberaubende Raketen- und Lichter-Show ab. Dabei konnte man zahllose Einzeleffekte bestaunen, zum Schluss einen Funkenwasserfall an der Bühne.
Dem Augenschmaus vorangegangen war eine etwas andere "Festrede" im Nachklang zum kleinen Bad-Jubiläum von Turmschreiber und Mundartdichter Helmut Eckl. Liebevoll-ironisch trieb der Münchener auch manchen kleinen Stachl ins Fleisch der Soier. Zum Beispiel, als der Ort anno 1866 nur sieben Männer bereitgestellt hatte, als König Ludwig II. mit Bayern gegen die Preußen zu Felde gezogen war ("Ein raben-schwarzer Fleck auf der Weste der Ortsgeschichte"). Oder zu dem Umstand, dass in Bad Bayersoien inzwischen alle Wege und Steige nur noch "Trails" heißen. Oder über die Kraft der "Schwarzen Daune", des Moors, die angeblich auch förderlich sein soll zur Erfüllung des Baby-Traums: "Eigentlich müsste Bad Bayersoien deswegen ständig von leichten Erschütterungen die man Bettbeben nennen könnte, heimgesucht werden."
Fazit: "Bad Bayersoien in Flammen" bot am Sonntag ein Spektakel für alle Sinne. Hut ab, was der kleine Ort hier auf die Beine gestellt hat. Rechnen tut sich die Seeserenade übrigens nicht: "Es ist eher ein Draufzahlgeschäft", erklärt Felix. 2008 werde es wahrscheinlich nicht zu einer Neuauflage kommen. Derzeit sei eher an einen Zwei-Jahres-Rhytmus gedacht. 

Letzte Aktualisierung: 01:33 06/10 2007
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